EIN RAUM OHNE BÜCHER IST EIN KÖRPER OHNE SEELE (MARCUS TULLIus CICeRO)

22. März - 30. März 2019

 

Eine partizipative Skulptur

von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger

 

Eröffnung: Donnerstag, 21. März 2019, 19.30 Uhr

Ausstellungsdauer: 22. März - 30. März 2019

Künstlerhaus, Stolberggasse 26, 1050 Wien

 

Beteiligte KünstlerInnen: Nora Bachel, Alfredo Barsuglia, Brigitte Bruckner-Mikl, Babsi Daum, Monika Dorninger, Claudia Dorninger-Lehner, Johanna Finckh, AnaMaria Heigl, Markus Hiesleitner, Barbara Höller, Gerlinde Kosina, Monika Kus-Picco, Monika Lederbauer, Ina Loitzl, Josef Mikl, Martina Montecuccoli, Christian Murzek, Stefan Nützel, Maximilian Otte, Eva Pliem, Christiane Spatt, Loretta Stats, Gerlinde Thuma, Petra Paul, Ingrid Pröller, Gisela Reimer, Anna Reisenbichler, Denise Schellmann, Billi Thanner, Heidi Tschank, Claudia Wadlegger (crackthefiresister)

 

 

Im Rahmen von Haben und Brauchen in Wien

Ein Projektzyklus und Kooperationsprojekt des Künstlerhauses,

Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs

unter der künstlerischen Leitung von Tim Voss

08.03.2019 – 22.06.2019

Ausstellungsansichten Künstlerhaus Wien, 2019,  Foto: Julia Dorninger

Die Projektreihe Wissenschaf(f)t Kunst von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger thematisiert den künstlerischen Schaffensprozess als ein Oszillieren zwischen Theorie und Praxis, zwischen Erfahrung und Experiment, zwischen Wissen und Intuition.

 

Die 2. Ausstellung „Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele“ der Projektreihe setzt den Fokus auf die künstlerische Recherche und die vielfältigen Praktiken der Wissensaneignung bzw. –verarbeitung der Künstlerin oder des Künstlers und wie diese künstlerische Handlungsstrategien bzw. Reflexions- und Gestaltungsprozesse beeinflussen oder bestimmen können.

 

Konkret geht es in der Ausstellung um das Buch als Quelle für theoretische Wissensaneignung und als Ressource für künstlerische Prozesse. Bücher inspirieren KünstlerInnen und nehmen in verschiedenster Weise Einfluss auf deren Schaffensprozesse. Die für die Ausstellung angefragten KünstlerInnen zeigen, welche Bücher sie während ihrer Arbeit begleitet, bereichert, angeregt und motiviert haben und wie das Wissen aus diesen Teil ihrer Arbeiten geworden ist.

 

Auszug aus dem Pressetext, Februar 2019

 

In die Skulptur "reading landscapes" werden Bücher, die die beteiligten KünstlerInnen zur Verfügung stellen, implementiert und können während der Ausstellungsdauer von 10 Tagen von Besuchern entnommen und studiert werden. Auf einem Bildschirm werden Zitate und Statements der KünstlerInnen zu "ihrem" Buch gemeinsam mit einem beispielhaften Abbild ihrer Arbeit gezeigt.

 

Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung laden wir weitere KünstlerInnen herzlich ein, sich ebenfalls mit einem Buch zu beteiligen! Anfragen bitte an gabriele-baumgartner@gmx.net

Julia Dorninger, reading landscapes, 2019, Ausschnitt, Foto: Claudia Dorninger-Lehner

Reading landscapes

 

Reading landscapes thematisiert digitale und konkrete Wissensräume. Das Buch stellt einen abgeschlossenen Informationsraum dar (ein Buch hat einen Anfang und ein Ende) während im Zeitalter der Digitalisierung Wissensräume unendlich sind (man kann durch einen Mausklick die Informationsaufnahme nicht beenden, sondern nur unterbrechen). Über sich scheinbar immer wieder selbst generierende freie (Daten)bahnen, die Wissensräume definieren, wird eine Struktur hergestellt, die in ihrer Gesamtheit für die unendliche Weite des Digitalen steht. In diese wird konkretes Wissen, also die Bücher, implementiert.

 

Reading landscapes bietet keinen programmatischen Aufbau, sondern folgt der situativen Dynamik innerhalb der Ausstellung. Über ihre variablen Dimensionen reflektiert sie die Größe des Wissens, das sich im Zuge der Anzahl der beteiligten KünstlerInnen ergibt, sie kann wachsen oder auch schrumpfen und ist so Metapher für die kollektive Wissenskonstruktion.

 

Reading landscapes nimmt seinen formalen Ursprung in der Grundsrissgenealogie der Staatsbibliothek von Hans Scharoun in Berlin. Diese gilt bis heute als ein Gebäude für den freien Geist und kann über die Offenheit der Raumkomposition dem organischen Bauen zugerechnet werden. Das Gebäude folgt keinen geradlinigen Achsen, sondern wurde von innen nach außen entwickelt und mit all seinen Wegen wie eine Landschaft inszeniert.

 

Text: Julia Dorninger, Februar 2019

Julia Dorninger, reading landscapes, 2019, Modellansichten