IM WALD DER FIKTIONEN (UMBERTO ECO)

Stadtgalerie raumimpuls

Oberer Stadtplatz 32, 3340 Waidhofen/Ybbs

Eröffnung: 18.03. 2022

Ausstellungsdauer: 19.03. - 17.04.2022

 

 

Beteiligte KünstlerInnen:

Alfredo Barsuglia, Anna Reisenbichler, Barbara Höller, Billi Thanner,

Brigitte Mikl Bruckner, Claudia Dorninger-Lehner, Denise Schellmann,

Gerlinde Thuma, Josef Mikl, Markus Hiesleitner, Maximilian Otte

partizipative Skulptur: Julia Dorninger

Julia Dorninger, Landscapes of knowledge, 2019, Ausschnitt

Zur Ausstellung:

 

Die Projektreihe Wissenschaf(f)t Kunst von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger thematisiert den künstlerischen Schaffensprozess als ein Oszillieren zwischen Theorie und Praxis, zwischen Erfahrung und Experiment, zwischen Wissen und Intuition.

 

Als Weiterführung der partizipativen Installation „Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele (Cicero)“ im Künstlerhaus Wien im März 2019 begreift sich das Ausstellungsprojekt „Im Wald der Fiktionen (Umberto Eco)“. Wiederum wird das Buch als Quelle für theoretisches Wissen und Inspiration für die Künstlerin oder den Künstler thematisiert, jedoch in Hinblick auf Umberto Ecos Auseinandersetzung mit Literatur.

 

Umberto Eco (1932 – 2016) war neben seiner schriftstellerischen Arbeit auch als Medienwissenschaftler, Wissenstheoretiker und Semiotiker bekannt. Sein Werk „Im Wald der Fiktionen“ trägt den Untertitel: „Sechs Streifzüge durch die Literatur“, in denen Eco den Autor, den Leser und das Werk zusammenführt und die Frage nach den Bedingungen des Lesens stellt. Er setzt sich mit dem Modell-Autor, dem Modell-Leser und dem empirischen Leser auseinander und zeigt in seinen sechs Vorträgen nicht nur Modelle und Parameter für die Erzähltextanalyse auf, sondern thematisiert auch hinsichtlich dieser das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion.

 

Julia Dorninger und Gabriele Baumgartner greifen nun Ecos Thesen auf und transferieren diese in den Kontext der Bildenden Kunst, indem sie die Position der Künstlerin oder des Künstlers bzw. der Betrachterin oder des Betrachters hinterfragen. Dabei geht es nicht nur um das Beleuchten der unterschiedlichen und vielfältigen Praktiken der Wissensaneignung bzw. –verarbeitung der Künstlerin oder des Künstlers, sondern auch um die Fragestellung, wie diese künstlerische Handlungsstrategien bzw. Reflexions- und Gestaltungsprozesse der Betrachterin oder dem Betrachter vermittelt werden (können). In Analogie zur Rezeption von Erzähltexten kann auch hier hinterfragt werden, inwieweit es in der Kunst einen, in diesem Fall Modell-Betrachter geben kann bzw. wieviel Wissen oder Vorinformation dieser benötigt, um die Intention des Kunstwerks zu begreifen.

 

Die in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen zeigen, welche Bücher für sie zur Quelle theoretischer Wissensaneignung bzw. Ressource für künstlerische Prozesse wurden, d.h. durch welche Bücher sie während ihrer Arbeit bereichert, angeregt und motiviert wurden und wie das Wissen aus diesen Teil ihrer Arbeiten wurde.

 

Die von den Künstler*innen ausgewählten Bücher werden in einer Skulptur präsentiert und können aus dieser entnommen und auch studiert werden. Parallel dazu werden die Resultate der Auseinandersetzung der einzelnen Künstler*innen mit ihren literarischen Quellen, z.B. Romanen, philosophischen Abhandlungen und Lebensbeschreibungen, die künstlerischen Arbeiten - in Form von Malerei, Fotografie und Installation - zu sehen sein.

 

Über die Szenografie der Ausstellung, die so formal wie auch inhaltlich auf Umberto Ecos Werk referenziert, werden Ausstellungsbesucher * innen angeregt, in den Wald der Fiktionen einzutauchen und ihn zu durchwandern.

Julia Dorninger, Landscapes of knowledge, 2019, Ausschnitt, Fotos: Claudia Dorninger-Lehner